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Kontaktallergie, Nesselsucht und Neurodermitis?
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Das allergische Kontaktekzem und die Neurodermitis sind Ekzeme, also Hauterkrankungen, die sich durch eine Entzündung äußern. Bei der Nesselsucht bildet die Haut Quaddeln.
Das allergische Kontaktekzem
Das allergische Kontaktekzem ist eine Entzündung der Haut. Das Wort "Ekzem" ist griechischer Herkunft und bedeutet "aufbrausen". Der Patient bekommt durch den Juckreiz das Gefühl, als würde seine Haut "kochen." Auslöser eines Ekzems können sein: alle Kosmetika, Haarfärbemittel, Nagellack, Parfüm, Deos, Reinigungsmittel, Lederschuhe (Chrom gegerbt und gefärbt), Hüte (Chromat), Brillen (Kobalt), Knöpfe, Nieten, Reißverschlüsse, Ohrringe, Schmuck, insbesondere Modeschmuck (Nickel), nickelreiche Nahrungsmittel, Nasentropfen und -salben (Menthol), Zahnpasten, Mundwässer, Lippenstifte, Farbstoffe aus der Kleidung (eher dunkle Farben), Strümpfe, Gummihandschuhe (Latex), Wolle, wollfetthaltige Salben, Zement (Chromat), das Berühren von Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse.
Neurodermitis
Juckreiz und Entzündung der Haut sind auch die Hauptsymptome der Neurodermitis, weshalb auch hier das Wort Ekzem im Fachbegriff "atopisches Ekzem" auftaucht. Atopisch heißt, dass die Patienten eine erhöhte Bereitschaft besitzen, Allergien zu entwickeln. Die Allergie-Veranlagung (Atopie) ist ererbt. Damit ist die Neurodermitis aber von vornherein keine Allergie!
Beim Verlauf der Neurodermitis wechseln sich wiederholt ab: akute Phasen, in denen die Haut extrem juckt und die Patienten sich ständig kratzen, und chronische Phasen, in denen die Haut sehr trocken und verdickt ist. Die Auslöser für die akuten Phasen können Allergien auf verschiedenste Auslöser (Pollen, Milben, Schimmelpilze, Tiere, Nahrungsmittel) sein, aber genauso mechanische Reize durch Wolle, Staub, Wasser, Seife, Chemikalien, Kratzen, Schweiß, Bakterien und Stress.
Nesselsucht
Die Nesselsucht (Urtikaria) äußert sich durch Quaddeln der Haut. Sie ähneln der Hautreaktion nach dem Berühren einer Brennnessel; daher stammt der Name. Ausgelöst wird eine Nesselsucht durch Allergien, aber auch durch Wärme (heißes Bad, Schwitzen, Fieber), Kälte (kalte Luft, Schwimmen, kaltes Getränk), Anstrengung, Sonnenlicht und Druck. Allergie-Auslöser sind zum Beispiel Nahrungsmittel wie Shrimps, Krebse, Nüsse, Früchte, Eier, außerdem Konservierungsmittel und Farbstoffe. Auch Pflanzen, Pollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilzsporen, Tierhautschuppen und -haare, Latex, Insektenstiche oder Fisch können nach einem direkten Hautkontakt eine Nesselsucht auslösen. Blutpräparate und eine Reihe von Medikamenten führen ebenfalls zur Nesselsucht, die dann oft verzögert nach Tagen auftritt.
Die folgenden Texte befassen sich parallel mit diesen drei Krankheitsbildern, da ihre medikamentöse Behandlung vergleichbar ist.
Wie entstehen die Hautkrankheiten?
- Kontaktekzem und Nesselsucht
Das Kontaktekzem und die akute Nesselsucht sind häufig allergisch bedingt. Das Immunsystem reagiert extrem komplex. Es besteht aus zahlreichen Botenstoffen und Zellen. Sie nehmen auf verschiedenen Wegen mit einem Allergie-Auslöser Kontakt auf, informieren sich untereinander, alarmieren weitere Stoffe und Zellen und lösen viele unterschiedliche Beschwerden aus. Je nach Allergie-Auslöser und nach Ort des Kontaktes (Haut, Nase, Auge, Lunge) treten Beschwerden sofort oder erst nach Tagen auf. Wenn innerhalb weniger Minuten nach dem Kontakt mit dem Allergie-Auslöser Symptome auftreten, sprechen Mediziner von einer Sofort-Reaktion. Ein typische Beispiel dafür ist die Nesselsucht und der Heuschnupfen. Der wichtigste Botenstoff dabei ist das Histamin. Das erklärt, warum Antihistaminika bei diesen Krankheiten so gut wirken. Entsteht dagegen erst ein bis zwei Tage nach dem Kontakt mit dem Allergie-Auslöser das Hautprobleme, wird die Allergie als Spät-Typ-Reaktion bezeichnet. So verläuft beispielsweise das allergische Kontaktekzem. Wie immer bestätigt die Ausnahme die Regel: So gibt es einige seltene Nesselsucht-Formen, bei denen Allergie-Auslöser die Quaddeln erst nach einige Stunden oder Tagen auftreten lassen.
- Neurodermitis
Noch komplexer erklären sich die Ursachen der Neurodermitis. Die Haut der Neurodermitiker unterscheidet sich von der Haut eines gesunden Menschen:
Sie ist extrem trocken, weil die natürliche Fettbarriere aus Talg gestört ist und deshalb Wasser aus tieferen Hautschichten verdunsten kann.
Sie entwickelt leichter Allergien, weil die Anzahl verschiedener Zellen des Immunsystems im Blut und in der Haut stark verändert sind. Die gleichen Veränderungen finden sich übrigens auch bei einem allergischen Kontaktekzem.
Nervenzellen in der Haut reagieren paradox: Beim Kratzen verengen sich Blutgefäße, die sich in gesunder Haut erweitern würden.
Die Haut juckt deutlich früher.
Der Juckreiz wird kaum durch den Botenstoff Histamin ausgelöst, weshalb die Antihistaminika ihn oft nicht hemmen können.
Durch diese Veränderungen reagiert die Haut auf zahlreiche Reize und Allergie-Auslöser früher mit Juckreiz als eine gesunde Haut. Der Patient erleichtert sich durch Kratzen, bis er die Haut zerstört hat. Bakterien und Viren können zu Infektionen führen.
Wie häufig treten die Hauterkrankungen in der Bevölkerung auf?
- Kontaktekzem
Die Rate der Kontaktekzeme steigt an: So trifft das Kontaktekzem der Hand heute doppelt so viele Menschen wie noch vor zwanzig Jahren (laut schwedischen Studien). An einem Handekzem leiden inzwischen knapp sechs Prozent der Menschen. Für das allergische Kontaktekzem gibt es trotz groß angelegter Studien noch keine gesicherten Zahlen zur Häufigkeit in Deutschland. Es wird aber allgemein angenommen, dass auch die Zahl der Kontaktallergien ansteigt.
- Neurodermitis
Die Anzahl der Neuerkrankungen ist in den letzten dreißig Jahren von drei auf 15 Prozent gestiegen. Die Zunahme wurde in vielen Ländern beobachtet (Skandinavien, Gr0ßbritannien, Japan). In Deutschland leben derzeit rund drei Millionen Neurodermitiker.
- Nesselsucht
Die akute Form befällt jeden vierten Menschen mindestens einmal im Leben. Unter der chronischen Nesselsucht leiden in Deutschland etwa 800.000 Menschen.
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Weitere Unterteilung
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Kontaktekzem
Neben dem allergischen Kontaktekzem gibt es noch eine weitere, nicht allergische Form: das irritativ-toxische Kontaktekzem. Hierbei lösen aggressive, entfettende oder giftige Umweltstoffe das Ekzem aus. Beispiele: intensiver Hausputz, zu häufiges Händewaschen, zu häufiges Duschen oder berufliche Belastung durch Chemikalien (Industrie, Friseure), intensiver Kontakt mit Wasser und Lebensmitteln (Köche). Etwa zwei Drittel der Kontaktekzeme sind irritativ-toxisch bedingt und ein Drittel allergisch. Häufig treten Mischformen zwischen allergischem und irritativ-toxischem Ekzem auf.
Nesselsucht
Mediziner unterscheiden zwei Formen der Nesselsucht. Die "akute" Form dauert Stunden bis einige Tage an, aber nie länger als sechs Wochen: Auslöser sind fast immer Allergien. Die "chronische" Form dauert länger als sechs Wochen: Meist treten Symptome für einige Stunden auf, verschwinden tagelang und kehren wieder an der gleichen Körperstelle zurück. Quaddeln können aber auch ständig vorhanden sein. In 75 Prozent der Fälle sind Ursachen für den chronischen Verlauf nicht bekannt; Allergien verursachen fast nie eine chronische Form.
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Welche Symptome haben die allergischen Hauterkrankungen?
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Das Kontaktekzem ist streng auf die Kontaktstelle mit dem Allergie-Auslöser begrenzt, die Haut juckt und nässt. Die Neurodermitis kann altersabhängig an verschiedenen Stellen am Körper auftreten und äußerst sich durch extremen Juckreiz und Kratzzwang. Die Nesselsucht zeigt Quaddeln, und der Juckreiz ist auszuhalten.
- Beschwerden beim allergischen Kontaktekzem
- starker Juckreiz, eventuell Brennen und Schmerzen
- zuerst kleine Knötchen und Bläschen
- Rötung
- Haut nässt
- später entstehen Krusten und Schuppen
- Hautreaktion ist streng auf die Kontaktstelle mit dem Allergie-Auslöser begrenzt (zum Beispiel kreisrunder Fleck unter dem Jeansknopf oder Ohrläppchen rund um den Ohrring)
- eventuell sind nur die Hände betroffen
- Beschwerden bei einer Neurodermitis
Die befallenen Körperstellen variieren abhängig vom Alter: Säuglinge erkranken zuerst an Wangen und Kopfhaut, eventuell später auch an Nacken, Stamm, Armen und Beinen. Typisch ist das Auftreten von Milchschorf: Eiweißhaltige Flüssigkeit tritt an der Kopfhaut aus und trocknet zu gelblichen Krusten ein. Bei Kindern und Erwachsenen tritt das Ekzem vermehrt in den Beugeseiten der Ellbogen und Kniegelenken auf, sowie an Handgelenken, Knöcheln, Nacken und Kopf. Bei Erwachsenen sind manchmal auch nur Hand-, Fuß-, Ohr- Lippen- oder Augenekzeme vorhanden.
- Akute Phase:
- extremer Juckreiz; verstärkt bei Müdigkeit und nachts, dadurch oft gestörter Schlaf
- kleine Knötchen und Blasen der Haut
- Kratzen führt zu Hautabschürfungen
- offene, nässende Hautstellen
- später Krusten
- eventuell vereiterte Wunden durch bakterielle Infektionen oder Bläschen durch Herpes-Infektionen
- Chronische Phase:
- extrem trockene, schuppende Haut
- sehr grobe Hautfalten (Lichenifizierung)
- schmerzhafte Hautrisse, zum Beispiel entlang der Ohrläppchen oder am Fuß (atopischer Winterfuß)
- Beschwerden bei einer Nesselsucht
- kleine, blassrote, juckende Quaddeln, ähnlich wie Mückenstiche
- Quaddeln können sich vergrößern und zu Flächen (zehn oder mehr Zentimeter Größe) zusammenlaufen
- bilden sich in wenigen Minuten und verschwinden meist innerhalb von 24 Stunden
- Auftreten lokal begrenzt oder am gesamten Körper möglich
- Juckreiz ist auszuhalten, deshalb kratzen sich Patienten nie die Haut auf!
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Wie verlaufen die allergischen Hauterkrankungen häufig?
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Das Kontaktekzem verläuft oftmals chronisch. Die akute Nesselsucht tritt meistens nur einmal im Leben auf, es gibt aber auch chronische Verläufe. Die Neurodermitis ist eine Erkrankung, die hauptsächlich in der Kindheit auftritt und oft nach den ersten drei Lebensjahren wieder verschwindet.
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Kontaktekzem
Mischformen zwischen allergischem und irritativ-toxischem Kontaktekzem sind häufig. Deshalb verläuft die Erkrankung auch nach Entfernen der Allergie-Auslöser (Ohrringe) oftmals chronisch. Akuten Ekzem-Ausbrüchen folgen lange Phasen, in denen die Haut schuppt, juckt und sensibel reagiert.
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Neurodermitis
Sie tritt überwiegend im Kindesalter auf. 90 Prozent der Betroffenen entwickeln in den ersten drei Lebensjahren Symptome und 80 Prozent werden in der Kindheit wieder beschwerdefrei. Bei zehn bis 20 Prozent flammt die Neurodermitis kurz vor dem Erwachsenwerden nochmals auf.
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Nesselsucht
Meist tritt die akute Nesselsucht nur einmal im Leben auf. Bei der chronischen Nesselsucht ist eine plötzliche Selbstheilung häufig. Selten verläuft die Nesselsucht über Jahre hinweg.
Welche Folgen können die allergischen Hauterkrankungen haben?
Neurodermitiker erkranken oftmals auch an Asthma und Heuschnupfen. Die Nesselsucht kann lebensbedrohliche Schwellungen im Gesicht und Ohnmachten nach sich ziehen.
- Kontaktallergie
Sie kann zur Berufsunfähigkeit führen.
- Neurodermitis
Weil die trockene Haut ein Leben lang bestehen bleibt, entwickeln 25 bis 50 Prozent der Kinder im Erwachsenenalter ein irritatives-toxisches Kontaktekzem der Hände. Wegen der ererbten Allergie-Bereitschaft ist auch das Risiko für weitere Allergien stark erhöht: 50 bis 75 Prozent der Neurodermitiker erkranken im Laufe ihres Lebens an allergischem Heuschnupfen oder Asthma! Manche jungen Erwachsenen leiden unter einer Neurodermitis, die die Augenlider und die Hornhaut befällt. Bei etwa fünf Prozent der Fälle kommt es dabei zur Trübung der Augenlinse. Umso wichtiger ist es, dass erblich belastete Kinder von Geburt an ein Vorbeuge-Programm durchlaufen.
- Nesselsucht
Ernste Komplikationen sind Schwellungen im Gesicht mit Spannungsgefühl, Lid-, Kehlkopf- oder Zungenschwellungen (Angioödem, Quincke-Ödem). Auch eine lebensbedrohliche Ohnmacht kann folgen. Dabei bricht der Kreislauf zusammen (Anaphylaxie). Solche Reaktionen sind zum Beispiel bekannt durch Kälte (Sprung ins Wasser) und Nahrungsmittel. Eine Nesselsucht kann außerdem eine Begleiterscheinung oder ein Vorboten sein für die Erkrankungen systemischer Lupus erythematodes, die rheumatoide Arthritis und sehr selten auch für eine Krebs-Erkrankung.
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Wie diagnostiziert der Arzt die allergischen Hauterkrankungen?
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Dem Arzt stehen verschiedene Allergietests zur Verfügung: Pflaster-, Rast-, Intrakutan- und Pricktest. Nahrungsmittel-Allergien werden per Suchdiät und Provokation mit dem Nahrungsmittel nachgewiesen.
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Kontaktekzem
Beim Epikutan-Test klebt der Arzt mehrere Pflaster auf den Rücken des Patienten. Unter den Pflaster sind verschiedene Allergie-Auslöser aufgebracht. Nach ein bis drei Tagen kontrolliert der Arzt, ob eine Allergie auf einen oder mehrere Auslöser besteht.
- Neurodermitis
Der Arzt kann den Gesamt-IgE im Blut bestimmen. Ist er erhöht, spricht das für eine Atopie. Bei Verdacht auf eine bestehende Allergie kann der Arzt einen Prick-, Intrakutan-Test oder RAST-Test durchführen.
- Nesselsucht
Bei der akuten Form liefern Hauttests (Prick- oder Intrakutan-Test) nützliche Ergebnisse. Wenn der Patient ein Antihistaminikum einnimmt oder die Reaktion auf den Allergie-Auslöser extrem stark ausfällt (Gefahr der Ohnmacht), kann ein Test an der Haut nicht durchgeführt werden. Dann testet der Arzt mit dem RAST-Test.
- Neurodermitis und Nesselsucht
Besteht der Verdacht auf eine Nahrungsmittel-Allergie, hilft zur Aufklärung eine Suchdiät. Der Patient isst eine Zeitlang nur gekochte Kartoffeln oder Reis und trinkt schwarzen Tee. Unter dieser Diät müssen die Hauterscheinungen abklingen. Danach werden allmählich andere Nahrungsmittel wieder gegessen und beobachtet, wann ein Ausschlag erneut auftritt. Ein Provokations-Test kann angeschlossen werden: Der Patient isst unter ärztlicher Aufsicht (!) das Nahrungmittel, das in Verdacht steht.
Alternativ führt der Patient ein Ernährungs- und Symptomtagebuch.
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Wie können Sie Ihre Hauterkrankungen selbst kontrollieren?
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Die Behandlung und Kontrolle allergischer Hauterkrankungen sind ärztliche Aufgaben. Durch Vermeidung der Allergene können Patienten die Hauterkrankungen zusätzlich kontrollieren.
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Kontaktekzem
Mit einem Test können Sie selbst den Allergie-Auslöser Nickel aufspüren. Der Selbst-Test weist Nickel in Schmuck, Küchengeschirr (Töpfen), Knöpfen und Nieten nach. Achtung: Auch hochwertige Silber- und Gold-Legierungen enthalten Nickelanteile. Die Teststäbchen werden befeuchtet und an dem Test-Gegenstand gerieben.
- Neurodermitis und chronische Nesselsucht
Sie können ein Tagebuch führen, wann und wie stark Beschwerden auftreten. Außerdem können Sie eintragen, ob Sie Stress haben, wie Sie die Haut pflegen, wie oft Sie duschen, wann Sie Sport treiben, wie Sie schlafen, was Sie essen, ob Sie verreisen und ob Sie Kontakt mit Allergie-Auslösern haben. Das Tagebuch hilft dem Allergie-erfahrenen Arzt bei der Suche nach den Auslösern für akute Schübe.
Wer unter Allergien auf Hausstaubmilben, Schimmelpilz oder Katzenhaare leidet, kann mit Selbst-Tests die Belastung seiner Wohnung überprüfen.
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Wie werden die Hauterkrankungen behandelt?
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Die Behandlung der Neurodermitis im akuten Schub und in der chronischen Phase wird erklärt, ebenso die Therapien bei Nesselsucht und Kontaktekzem.
Die Behandlung allergischer Hauterkrankungen liegt in der Hand des Arztes.
- Allergisches Kontaktekzem
Der Patient sollte den Allergie-Auslöser strikt meiden. Vor der Behandlung sollte er die Haut mit einem Syndet frei davon waschen. Bei einem nässenden Ekzem helfen feuchte Umschläge mit abgekochtem Wasser. Neigt die Haut zur Austrocknung, kann sie vorher mit Vaselin »unterfettet« werden. Bei starker Entzündung kommt alternativ eine Glucocorticoid-Salbe/-Creme unter den Umschlag. Nach Entfernen des Umschlages oder zur Nacht wird die Haut mit einer Zinkschüttelmixtur behandelt. Die folgenden Tage kann alleine mit einer Glucocorticoid-Lotion oder -Creme und schließlich mit -Salbe weitertherapiert werden. Je intakter die Haut ist, umso fetter kann die Grundlage sein. Sämtliche Stoffe, die die Haut zusätzlich irritieren, sind zu meiden.
- Neurodermitis
- Akute Phase
In der akuten Phase werden Juckreiz und Ekzem behandelt, im beschwerdefreien Intervall steht die Hautpflege und Vorbeugung im Vordergrund.
Im akuten Schub stillt Kälte den Juckreiz: Tragen leichter Kleidung (Baumwolle, Seide), niedrige Zimmertemperaturen, kühles Schlafzimmer, kalte Bettwäsche, Spaziergänge in der kalten Abendluft, kalte Dusche. Um die Kratzdefekte abzumildern, sollten Patienten die Fingernägel kurz schneiden. Nachts sind Baumwollhandschuhe zu tragen, oder Eltern ziehen den Kindern Schlafanzüge mit angenähten Handschuhen an. Abends können Patienten müde machende Antihistaminika, tagsüber nicht müde machende einnehmen.
Bei stark nässenden oder bakteriell infizierten Ekzemen sollte ein Arzt aufgesucht werden. Stark nässende Ekzeme können mit feuchten Umschlägen (abgekochtes Wasser, schwarzer Tee, Gerbstoffe) behandelt werden. Bakterielle Infektion werden täglich mit Wasser und milder Seife gewaschen; bei Bedarf werden angewendet: Desinfektionsmittel wie Polyvidon-Iod, das Antibiotikum Fusidinsäure oder antimikrobielle Badezusätze.
Lässt das Nässen nach oder ist von vornherein nicht so stark ausgeprägt, verordnet der Arzt Glucocorticoide als Lotion, Creme oder Salbe; für die ersten Tage stärker wirksame, danach schwächer wirksame. Alternativ kann der Arzt Präparate mit Bufexamac einsetzten; sie wirken aber nicht so stark wie Glucocorticoide. Bei schwachen Hautreaktionen reicht eventuell Zinkschüttelmixtur, die mit Zinkpaste "überfettet" oder im Wechsel mit einer rückfettenden Creme aufgetragen wird. Ein Polidocanol-Zusatz wirkt juckreizstillend. Sobald sich die Haut bessert, kann der Patient mit Cremes (wie Unguentum emulsificans aquosum oder Unguentum leniens aus der Apotheke) die Haut pflegen.
Bei sehr schwerem Verlauf kommt der Patient in die Klinik.
- Chronische Phase
In der chronischen Phase wird die Haut mit Salben und Cremes gepflegt. Der Patient sollte immer eine Auswahl davon zu Hause haben, und je nach Hautzustand wechseln. Er muss testen, was behagt. Generell gilt: Je akuter und nässender der Hautzustand ist, umso wässriger sollte die Hautpflege sein; je trockener die Haut, umso fettiger. Der Hautpflege kann zugesetzt sein: Harnstoff, Glycerin, Salicylsäure, Heilpflanzen, deren Extrakte oder -öle (zum Beispiel Ringelblume, Kamille, Nachtkerze, Borretsch, Bittersüßer Nachtschatten) oder Dexpanthenol. Zum Duschen und Baden sollte der Patient Ölbäder anwenden.
- Nesselsucht
Die Auslöser sollten aufgespürt und gemieden werden. Da das nicht immer gelingt, vor allem bei der chronischen Nesselsucht, empfiehlt sich die Einnahme von nicht müde machenden Antihistaminika. Selten werden Glucocorticoide äußerlich und innerlich angewendet. Bei Schocksymptomen und Erstickungsanfällen sofort den Notarzt rufen!
Folgende Arzneistoffgruppen werden angewendet:
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Antihistaminika:
Sie blockieren die Wirkung des Botenstoffs Histamin.
- Glucocorticoide:
Sie unterbrechen den Teufelskreis von Allergie und Entzündung.
- Bufexamac:
Hemmt Entzündungen und Juckreiz. Es wirkt bei weitem nicht so stark wie die Glucocorticoide.
- Polidocanol:
Stillt den Juckreiz, indem es die Haut oberflächlich betäubt.
- Polividon-Iod:
Desinfiziert die Haut und tötet Bakterien, Viren und Pilze ab.
- Fusidinsäure:
Das Antibiotikum hemmt das Wachstum der Bakterien.
- Antimikrobielle Badezusätze
enthalten zum Beispiel Chlorhexidin. Sie hemmen das Wachstum von Mikroorganismen, unter anderem von Bakterien.
- Teer-Präparate:
Sie enthalten Steinkohlen- und Holzteere oder deren Lösungen. Teer-Präparate hemmen Entzündungen und die Zellvermehrung, also Schuppen-Bildung. Ihr Einsatz ist rückläufig, weil sie stark riechen, die Haut Sonnenbrand-empfindlich machen, verfärben und reizen können. Ihr Anwendung wird heutzutage auf drei Wochen beschränkt, weil sie im Verdacht stehen, bei mehrjähriger, ständiger Anwendung Krebs auszulösen. Steinkohlenteer ist rezeptpflichtig.
- Harnstoff
löst in höheren Konzentrationen Schuppen ab. In niedrigeren Konzentrationen dient er der Hautpflege bei sehr trockener Haut, weil er Feuchtigkeit in der Haut speichert und leicht den Juckreiz stillt.
- Glycerin
speichert Feuchtigkeit in trockener Haut.
- Salicylsäure
löst Schuppen ab, hemmt Entzündungen und das Wachstum der Bakterien. Außerdem hilft sie, andere Wirkstoffe in die Haut einzuschleusen.
- Dexpanthenol
fördert die Wundheilung.
Wie wirken Antihistaminika?
Sie heben die Wirkung des Botenstoffs Histamin auf. Apotheker unterteilen die Antihistaminika in zwei Gruppen: die müde machenden und die nicht müde machenden. Müde machende sind zum Beispiel für Kleinkinder mit Neurodermitis geeignet. Sie werden abends eingenommen, um eine ruhige Nacht zu ermöglichen. Da sie manchmal noch morgens nachwirken, werden für Schulkindern und Erwachsene mit Neurodermitis nicht müde machende Antihistaminika bevorzugt. Diese werden auch tagsüber und bei Nesselsucht empfohlen.
Antihistaminika, die in Tabletten, Dragees und Tropfen vorkommen und müde machen, sind beispielsweise:
- Alimemazin
- Bamipin
- Brompheniramin
- Carbinoxamin
- Chlorphenamin
- Chlorphenoxamin
- Clemastin
- Cyproheptadin
- Dexchlorpheniramin
- Dimetindin
- Diphenhydramin
- Doxylamin
- Hydroxyzin
- Mebhydrolin
- Meclozin
- Mequitazin
- Mizolastin
- Pheniramin
Wie wirken Glucocorticoide?
Glucocorticoide hemmen die Entzündung der Haut.
Glucocorticoide in Salben, Cremes und Lotionen werden nach ihrer Wirkstärke in vier Kategorien eingeteilt: schwach, mittelstark, stark und sehr stark wirksam. Sehr stark und stark wirksame verordnen Ärzte oft nur wenige Tage lang bei frischen und sehr akuten Hautreaktion. Danach führen sie die Therapie mit mittelstarken bis schwach wirksamen fort, um ein Wiederaufflammen der akuten Phase zu verhindern. Nicht verschreibungspflichtig ist Hydrokortison (schwach wirksam) in niedrigen Konzentrationen (0,25 Prozent) zur äußeren Anwendung. Alle übrigen Glucocorticoid-Präparate sind nur mit Rezept zu erhalten.
In Salben, Cremes oder Lotionen werden folgende Glucocorticoide eingesetzt!!!
- Alclometasonpropionat
- Amcinonid
- Betamethasondipropionat
- Betamethasonvalerat
- Clobetasolpropionat
- lobetasonbutyrat
- Clocortolonhexanoat
- Clocortolonpivalat
- Desonid
- Desoximetason
- Dexamethason
- Dexamethasonacetat
- Diflorason
- Diflucortolon
- Diflucortolonvalerat
- Fludroxycortid
- Flumetasonpivalat
- Fluocinolonacetonid
- Fluocinonid
- Fluocortinbutyl
- Fluocortolonhexanoat
- Fluocortolonpivalat
- Fluprednidenacetat
- Fluticasonpropionat
- Halcinonid
- Halometason
- Hydrocortison
- Hydrocortisonaceponat
- Hydrocortisonacetat
- Hydrocortisonbuteprat
- Hydrocortisonbutyrat
- Methylprednisolonaceponat
- Mometasonfuroat
- Prednicarbat
- Prednisolon
- Prednisolonacetat
- Triamcinolonacetonid
In Tabletten und Depotspritzen werden folgende Glucocorticoide eingesetzt:
- Prednisolon
- Methylprednisolon
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Risikofaktoren und Vorbeugung
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Was sind Risikofaktoren für allergische Hautkrankheiten?
- Kontaktekzem
Das Kontaktekzem überwiegt bei Frauen, weil sie bevorzugt nickelhaltigen Schmuck und Ohrringe tragen. Aber auch bestimmte Berufsgruppen haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Kontaktekzeme: Köche, Friseure, Menschen in der verpackenden Industrie, Möbelindustrie, Mechaniker, Bäcker, Menschen aus der Fleisch- und Fisch-verarbeitenden Industrie, Labortechniker und Reinigungspersonal.
- Neurodermitis
Die Veranlagung zu einer Allergie (Atopie) ist angeboren. Einige Risikofaktoren sind bislang für das Auftreten von Neurodermitis, Heuschnupfens und Asthma untersucht.
- Nesselsucht
Die chronische Form trifft bevorzugt Frauen im mittleren Alter.
Wie können Sie allergischen Hautreaktionen vorbeugen?
Dem Kontaktekzem kann vor allem durch Vermeiden des auslösenden Allergens vorgebeugt werden.
- Modeschmuck und Jeansknöpfe sollten nicht direkten Hautkontakt haben.
- Allergie-gefährdete Menschen sollten sich besser nicht Ohrlöcher stechen oder piercen lassen.
- Vor einem Handekzem schützen Handschuhe oder Handschutz-Salben, die vor dem Kontakt mit Chemikalien und Wasser aufzutragen sind. Je nach Anwendung gibt es verschiedene Schutz-Salben.
- Achtung: Gegen Handschuhe (Gummi, Leder) entwickeln manche Menschen auch eine Allergie!
- Nach intensivem Wasserkontakt ist die Haut gründlich nachzufetten.
Was können Sie zusätzlich gegen allergische Hauterkrankungen tun?
Viele zusätzliche Maßnahmen unterstützen die Therapie.
- Kontaktekzem
Haut regelmäßig pflegen. Haut vor zuviel Wasser und aggressiven Chemikalien schützen.
Neurodermitis
Zur Vorbeugung eines akuten Schubs sollte der Patient Reize und Allergie-Auslöser nach Möglichkeit beseitigen. Dabei muss er ausprobieren, was ihm persönlich nützt:
Kleidung aus Wolle, Fell und Synthetik (auch Gummibündchen, Leggings und Kunststoffnähte) meiden. Vertragen werden meist Seide und Baumwolle
Etiketten aus der Kleidung entfernen; Pullover links tragen, damit die Nähte nach außen kommen
Waschmittelreste gut aus der Kleidung spülen
Möglichst wenig Kontakt mit Spül-, Putz- und Lösungsmitteln
Wenn eine nachgewiesene Allergie vorliegt, ist Kontakt zu dem Allergie-Auslöser zu reduzieren. Es gibt Tipps bei Allergien auf Pollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilzsporen und Tierhaare. Eventuell eine Hyposensibilisierung durchführen
Diät für Säuglinge und Kleinkinder einhalten, wenn sie durch eine Allergie gefährdet oder durch eine Kuhmilch-Allergie betroffen sind
Diät für Erwachsene nur bei nachgewiesener Nahrungsmittel-Allergie
Generell besser meiden: säurehaltige Zitrusfrüchte, Säfte, scharfe Gewürze, Nikotin und viel Alkohol, weil saure und durchblutungsfördernde Stoffe die Haut reizen.
Zufuhr von Gamma-Linolensäure (Nachtkerzensamenöl, Borretschöl) soll die Therapie unterstützen
Psychische Faktoren beachten: Stress abbauen, Entspannungsmethoden und Bewältigungsstrategien erlernen, bei Bedarf psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen
Aufenthalt von sechs bis acht Wochen im Reizklima (Nordseeinselklima, Hochgebirgsklima) kann die Haut zum Abheilen bringen und für die Zeit danach stabilisieren.
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Infos im Internet zu allergischen Hauterkrankungen
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Der Berufsverband der Dermatologen e.V. ermöglicht eine
Stichwort-Suche im Netz zu allen Hauterkrankungen www.haut.de
Folgende Selbsthilfe-Initiativen bieten Informationen über
Neurodermitis an:
- Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
www.daab.de
- Arbeitsgemeinschaft Allergie-krankes Kind e.V.
www.aak.de
- Die Urtikaria Gesellschaft e.V. informiert über die
Nesselsucht
www.urtikaria.de
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